Klimawandel

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Der Klimawandel wird den Wald in der Schweiz verändern. Die einheimischen Eichenarten spielen dabei zukünftig wahrscheinlich eine grössere Rolle als heute. Das grosse Anpassungspotenzial dieser Baumarten eröffnet interessante waldbauliche und betriebliche Handlungsoptionen.

Merkblatt für die Praxis 55. Birmensdorf: Eidg. Forschungsanstalt WSL. 12 S.

Die Eiche im Klimawandel. Zukunftschancen einer Baumart

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Die einheimischen Eichenarten verfügen über ein hohes Anpassungspotenzial und sind aufgrund ihrer morphologischen, physiologischen und ökologischen Eigenschaften gut auf den Klimawandel vorbereitet. Obwohl aufgrund des Klimawandels mit einer zunehmenden Verbreitung der Eiche in tieferen und mittleren Lagen auszugehen ist, dürften die zu erwartenden Umweltänderungen auch an der Eiche nicht spurlos vorübergehen. Aus waldbaulicher Sicht geht es also darum, die «natürlichen» Prozesse zu begleiten und alle nötigen Massnahmen zu treffen, um entwicklungsfähige und vitale Eichenpopulationen zu erhalten.  Die heimischen Eichenarten erweitern im Zusammenhang mit dem Klimawandel zweifellos den waldbaulichen Spielraum und werden mit einer stärkeren Präsenz als heute zu einer Bereicherung des zukünftigen schweizerischen Waldbildes beitragen.

W+H, 4/13. 27-31

Die Eiche im Klimawandel, Teil 1.

Wachstum. Die Eiche reagiert flexibel

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Hohe genetische Diversität. Die grosse Bandbreite unterschiedlicher Wuchsreaktionen zwischen den Provenienzen – in Bezug auf das Wachstum im Allgemeinen sowie im Verhalten gegenüber Trockenheit und Erwärmung im Speziellen – kann als Hinweis auf eine hohe genetische Diversität verstanden werden. Anpassung an Trockenheit. Unterschiedliche Reaktionen des Längen- und Dickenwachstums des Sprosses sowie der Wurzeln führen zu anderen Pflanzenproportionen. Dies zeigte das veränderte Verhältnis von Durchmesserzuwachs zu Höhenzuwachs sowie von Wurzelwachstum zu Sprosswachstum nach der Behandlung mit Trockenheit und erhöhter Temperatur gegenüber der Kontrolle. So ergab die erhöhte Temperatur eine Überbetonung der oberirdischen Organe (Spross und Blattmasse), während das Trockenexperiment zu einem erhöhten Wurzelanteil führte. Demnach scheinen die P¬anzen gerade bei Trockenheit mehr Energie in die Bildung der Wurzeln zu investieren, um die Versorgung mit Wasser sicherzustellen.

W+H 3/13, 45-49

Die Eiche im Klimawandel. Teil 2.

Trockenheit und Anpassung. Die Eiche reagiert plastisch

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Alle untersuchten Eichenarten und Herkünfte haben die starken Trockenperioden relativ gut überstanden (keine Ausfälle) und zeigten eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit. Die grosse Plastizität erlaubte eine schnelle Anpassung an die veränderten Umweltbedingungen, was sich etwa in der Ausprägung der blattmorphologische Merkmale oder des Wasserleitgewebes des Holzes zeigte. Die Resultate des Querco-Experiments bestätigen einige der bekannten ökologischen Eigenschaften der drei untersuchten Eichenarten. Die Stieleiche scheint dabei generell weniger trockentolerant zu sein als Trauben- und Flaumeiche. Als wuchskräftige Eiche reagiert sie aber sehr flexibel auf Umweltänderungen und ist daher in der Lage, verschiedenste Standorte zu besiedeln.

 

 

W+H 4/13, 27-31

Die Eiche im Klimawandel. Teil 3

Physiologische Prozesse. Die Eiche ist robust

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Lebenswichtige Prozesse wie die Fotosynthese bleiben auch bei starker Trockenheit intakt und erlauben den Eichen nach Abschluss der Störung eine rasche Erholung und ein Zurück zum Normalzustand. Damit ist auch die Synthese der so wichtigen Kohlenhydrate sichergestellt, welche wiederum ohne die geregelte Stickstoff- assimilation über das Wurzelsystem nicht in diesem Mass normal vonstattenginge. Die Untersuchungen im Querco-Experiment zeigen damit, dass das «biologische System» der Eiche mit klimatischen Extremereignissen wie etwa Trockenheit – auch in Kombination mit Lufterwärmung – gut umgehen kann. Dabei konnten aber artspezifische Unterschiede festgestellt werden, etwa dass die Stieleiche etwas empfindlicher auf Trockenheit reagiert als die Trauben- und Flaumeichen.