Praxis-Dokumentation "Forstliches Vermehrungsgut"

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Der Anteil künstlicher Bestandesverjüngung im Schweizer Wald ist in den letzten zwanzig Jahren kontinuierlich zurückgegangen und von durchschnittlich 24 auf 5 Prozent gesunken. Dieser Trend ist zu begrüssen und führt zu naturnäheren und stabileren Wäldern. Auch bei der Eiche wird grundsätzlich die Naturverjüngung empfohlen.

 

Die künstliche Verjüngung kann aber bei der Eiche trotzdem sinnvoll oder sogar notwendig sein. Dies ist etwa der Fall bei: ungenügender Naturverjüngung, übermässigem Wildverbiss, starker Vegetationskonkurrenz oder ganz einfach bei fehlenden Samenbäumen (Neubegründung von Eichenbeständen). Damit wird die Auseinandersetzung mit Fragen des forstlichen Vermehrungsgutes zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor für die Eichenwaldwirtschaft.

Inhalte



Forstliches Vermehrungsgut

Die Verwendung von geeignetem forstlichem Vermehrungsgut bildet die Voraussetzung für die erfolgreiche künstliche Verjüngung bzw. Neubegründung von Eichenbeständen. Was versteht man unter forstlichem Vermehrungsgut ?


Gesetzgebung

Die Grundlagen zur Verwendung des forstlichen Vermehrungsgut sind in der Waldgesetzgebung festgehalten.


Samenerntebestände

Die kantonalen Forstdienste stellen die Versorgung mit geeignetem forstlichem Vermehrungsgut sicher. Sie wählen die Waldbestände aus, die als Samenerntebestände gelten.


Hybridisierung und Genfluss

Die Hybridisierung zwischen Stiel-, Trauben- und Flaumeiche ist ein seit langem beobachtetes Phänomen. [hier weiterlesen]


Publikationen

Publikationen zum Thema [hier weiterlesen]


Forstliches Vermehrungsgut


Die Verwendung von geeignetem forstlichem Vermehrungsgut bildet die Voraussetzung für die erfolgreiche künstliche Verjüngung bzw. Neubegründung von Eichenbeständen. Als forstliches Vermehrungsgut gelten dabei:

  • Saatgut: Zapfen, Fruchtstände, Früchte und Samen, die zur Pflanzenerzeugung bestimmt sind;
  • Pflanzenteile: Stecklinge, Steckhölzer, Ableger, Wurzeln und Propfreiser sowie andere pflanzliche Gewebe, die zur Pflanzenerzeugung bestimmt sind, mit Ausnahme von Setzstangen;
  • Pflanzgut: Pflanzen, die aus Saatgut oder Pflanzenteilen gezogen sind, Setzstangen und Wildlinge

Gesetzgebung


Die Grundlagen zur Verwendung des forstlichen Vermehrungsgut sind in der Waldgesetzgebung festgehalten (s. unten). Einheimisches Saatgut, dass zum Handel bestimmt ist, wird aus Samenerntebeständen gewonnen.

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Waldgesetz WaG, SR 921.0
Siehe Artikel 24 über das "Forstliche Vermehrungsgut"
921.0.de.pdf
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Waldverordnung WaV SR 921.01
Siehe 2. Abschnitt: Forstliches Vermehrungsgut (S. 8ff)
921.01.de.pdf
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Verordnung über forstliches Vermehrungsgut (SR 921.552.1)
921.552.1.de.pdf
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Das Bundesamt für Umwelt gibt weitere Informationen zum Thema Forstliches Vermehrungsgut [Link]

Samenerntebestände


Die kantonalen Forstdienste stellen die Versorgung mit geeignetem forstlichem Vermehrungsgut sicher. Sie wählen die Waldbestände aus, aus denen forstliches Vermehrungsgut gewonnen werden darf und melden diese dem zuständigen Bundesamt. Die gemeldeten Samenerntebestände werden im Nationalen Kataster der Samenerntebestände NKS vermerkt. Der NKS ist auf dem Internet öffentlich zugänglich (eingeschränkte Funktionalität). [Link zum NKS]

 

Im Jahre 2013 waren im NKS folgende Eichenbestände gemeldet.

  • 17 Samenerntebestände für Traubeneiche [Auszug NKS]

Beurteilung der Samenerntebestände im 2006 / 2007


Im Jahre 2006 wurden alle gemeldeten Samenerntebestände von zwei Experten besucht und neu beurteilt. Sie haben die Bestände danach aufgrund ihrer Bedeutung im schweizersichen Kontext, den Kategorien national, regional, lokal zugeteilt. Alle Bestände der Kategorien national und regional wurden im Herbst 2007 noch einmal besucht und nach einheitlichen Kriterien detailliert beschrieben. Das Resultat dieser Arbeit wurde denn kantonalen Forstdiensten zur Verfügung gestellt und kann aus nachfolgender Liste herausgelesen werden.

Stieleiche

Nummer Kanton Gemeinde Lokalname Bedeutung Eichenanteil
CH-AG-0836 AG Rheinfelden Tannenchopf National S'Ei
CH-AG-0839 AG Wölflinswil Junkholz Regional S'Ei>>T'Ei
CH-AG-0908 AG Mellingen Hinter-Buchberg Regional S'Ei>>T'Ei
CH-AG-0943 AG Seengen Schlatt Regional S'Ei
CH-AG-1079 AG Zufikon Geisshof Regional S'Ei>>T'Ei
CH-AG-942 AG Lenzburg Lind, Abt 42 National S'Ei
CH-BE-358 BE Büren an der Aare   Regional S'Ei
CH-BE-434 BE Münsingen Schwand Regional S'Ei
CH-BE-470 BE Koppigen Unterholz Regional S'Ei
CH-BE-472 BE Jegenstorf Boll, Gemeindewald Regional S'Ei
CH-BE-483a BE Herzogenbuchsee Oberwald Regional S'Ei
CH-BE-483b BE Herzogenbuchsee Unterwald Regional S'Ei
CH-BE-539 BE Büren an der Aare Eichwald, Saueinschlag Regional S'Ei>>T'Ei
CH-BE-540 BE Wengi Freiholz Regional S'Ei>>T'Ei
CH-JU-2041a JU Bonfol Bonfol National S'Ei>>T'Ei
CH-JU-2041b JU Bonfol Bonfol National S'Ei>>T'Ei
CH-JU-2042 JU Damphreux La Vouèvre National S'Ei>>T'Ei
CH-SO-1421 SO Derendingen Eichholz National S'Ei
CH-SO-913 SO Messen Barhollen Regional S'Ei>T'ei
CH-TG-1226 TG Kesswil Güttinger Wald National S'Ei
CH-TG-1232 TG Tägerwilen Schwesterrain Regional S'Ei
CH-TG-1267 TG Güttingen Güttinger Wald National S'Ei
CH-TG-1278 TG Tägerwilen Allmendhau National S'Ei
CH-TG-1299 TG Ermatingen Riederhau Regional S'Ei
CH-TG-1300 TG Müllheim Egg Regional S'Ei>>T'Ei
CH-TG-1431 TG Tägerwilen Ribiswishau Regional S'Ei
CH-VD-1817 VD Chabrey Plambois Regional S'Ei>>T'Ei
CH-VD-1820 VD Prangis Bois de la Cour Regional S'Ei>T'ei
CH-ZG-452 ZG Hünenberg Zoll-Ischlag Regional S'Ei
CH-ZH-1354 ZH Winterthur Eichholz National S'Ei
CH-ZH-1453 ZH Maschwanden Boll, Unterholz Regional S'Ei
CH-ZH-330 ZH Winterthur Eichbüel National S'Ei

Traubeneiche

Nummer Kanton Gemeinde Lokalname Bedeutung Eichenanteil
CH-AG-1368
AG Habsburg Gruebewald Regional T'Ei
CH-AG-0847
AG Ueken Halbeggschneid Regional T'Ei
CH-BE-540
BE Wengi Freihalz Regional T'Ei>S'Ei
CH-BL-1746
BL Allschwil Hintere Allmend National T'Ei>S'Ei
CH-BL-1742
BL Hölstein Schoren National T'Ei
CH-BL-1735
BL Muttenz Rütihard National T'Ei
CH-BL-1767
BL Muttenz Hard Regional T'Ei>S'Ei
CH-BL-1725
BL Oberwil Hoheeichen National T'Ei
CH-BS-1754
BS Basel Klosterfiechten Regional T'Ei>S'Ei
CH-FR-224
FR Galm Galm National T'Ei
CH-JU-2041a
JU Bonfol Bonfol National T'Ei>S'Ei
CH-JU-2041b
JU Bonfol Bonfol National T'Ei>S'Ei
CH-NE-1236
NE Bourdry Le Chanet National T'Ei
CH-SH-232
SH Neunkirch Hasenberg National T'Ei>S'Ei
CH-SO-913
SO Messen Barhollen Regional T'Ei>S'Ei
CH-SO-9000
SO Rodersdorf Hinter Wald Regional T'Ei>S'Ei
CH-VD-1819
VD Molondin Petit Bâle Regional T'Ei
CH-ZH-1662
ZH Bachenbülach Sunnhalden National T'Ei>S'Ei
CH-ZH-1707
ZH Bülach Langgraben Regional T'Ei>S'Ei
CH-ZH-1679
ZH Rheinau Geissert Regional T'Ei
H-ZH-1678C ZH Rheinau Berg Regional T'Ei>S'Ei
CH-ZH-1706
ZH Rorbas Dättenberg Regional T'Ei
CH-ZH-1691
ZH Unterstammheim Dettenbüel Regional T'Ei

Publikationen


proQuercus-Merkblätter

01 Das forstliche Vermehrungsgut der Eiche

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02. Die Samenernte bei der Eiche

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03 Die Naturverjüngung der Eiche

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04 Die künstliche Verjüngung der Trauben- und Stieleiche

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22.11.14