Phytosoziologische Stellung

FR


Die Eiche > Waldbau > Phytosoziologie

Die natürliche Stellung der Eichen in der Schweiz

von Pascal Kissling und Denis Horisberger

Vor der Neubearbeitung der Systematik der Waldgesellschaften durch ELLENBERG & KLÖTZLI nahmen die Eichenbestände einen breiten Platz in der Pflanzensoziologie ein. Mit der Einführung des Begriffes «buchenfähig» wurden nur noch die Klimaxstadien der Eiche, das heisst Bestockungen ohne Konkurrenz durch die Buche, als Eichenwaldgesellschaften anerkannt. Beschränkt man sich jedoch auf rein floristische Kriterien, so bleibt die Unterscheidung Eichenwälder / Buchenwälder problematisch. Deshalb braucht es eine strukturierte Denkweise und eine gewisse Demut in den Schlussfolgerungen. Die Präsenz der Eiche in den pflanzensoziologischen Einheiten der Schweiz ist im vereinfachten Ökogramm unten dargestellt.

 

Fully (VS), September 2003. Eichen-Buschwälder mit der gesamten Auswahl an intermediären Formen zwischen Flaumeiche (Quercus pubescens) und Traubeneiche (Quercus petraea) am Rand der Rebberge. (Foto: D. Horisberger)

Die Eichen-Buschwälder. Im trockensten Bereich (oben im Ökogramm ) fehlen mesophile Arten wie Waldmeister (Galium odoratum), Goldnessel (Lamium galeobdolon) oder Wurmfarn (Dryopteris filix-mas), während die Buche höchstens noch vereinzelt und als kümmerlicher Busch vorkommt. Bei derartigen Eichen-Buschwäldern handelt es sich offensichtlich um Klimax-Formen . Sie erzeugen wohl kein Qualitätsholz, sind aber aus biologischer und genetischer Sicht von höchstem Wert, sowohl wegen der submediterranen Florenelemente, als auch wegen des Reichtums intermediärer Formen zwischen Flaum- (Quercus pubescens) und Traubeneiche (Quercus petraea). [...]

 

 

[Auszug aus Bonfils et al. 2005. Unten herunterladen]


Mehr zum Thema

BONFILS P., HORISBERGER D., ULBER M. (Red.) 2005: Förderung der Eiche. Strategie zur Erhaltung eines Natur- und Kulturerbes der Schweiz. Hrsg.: proQuercus; Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL, Bern. 102 S.
Eichenpublikation BUWAL 383.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.0 MB