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proQuercus Newsletter 2025/2


Editorial


Liebe Eichen- und Waldfreunde

 

Den meisten ist bewusst, dass unsere einheimischen Eichenarten anpassungsfähig sind, gut auf den Klimawandel reagieren können, die Biodiversität fördern und wertvolles Holz liefern. Entsprechend werden diese Baumarten vom Forstdienst heute sehr geschätzt und gefördert. Dass die Eichen aber über viele Jahrhunderte vor allem in der Landwirtschaft von grösster Bedeutung waren, ist heute nur noch wenigen bewusst.

Seit rund 20 Jahren wird in Europa wieder vermehrt über die positiven Interaktionen zwischen Bäumen und der landwirtschaftlichen Produktion geforscht und diskutiert. Diese Auseinandersetzung mit dem Agroforst hat proQuercus zum Anlass genommen, in Zusammenarbeit mit der Eidg. Forschungsanstalt Agroscope, die mögliche Bedeutung der einheimischen Eichenarten auf dem Landwirtschaftsbetrieb zu beleuchten.

 

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Inhalt


Aus dem Verein

proQuercus Vereinsversammlung 2026  [>]

Auszeichnung proQuercus [>]

Projekte

Unterstützte Hähersaat [>]

Hybridisierung und Anpassung an den Klimawandel [>]

Bildung

Bildungsreise nach Slowenien & Kroatien [>]

Kursbericht - Eiche im Klimawandel [>]

Publikationen

Die Eiche in agroforstlichen Produktionssystemen [>]

Anpassungsfähigkeit bei Buche und Eiche [>]

Phytophtera ramorum - plötzlicher Eichentod [>]

Die Eiche [>]

Aus unserer Leserschaft

Renovation des Tors zum Schloss Gorgier [>]

Eichenpfad Schaffhausen [>]

Natursendung mit Hans A. Traber [>]

Eichen-Saatguternte 2025 [>]

Internationales

Traurige Nachrichten aus England [>]

1000-jährige Eiche von Ivenack [>]

proQuercus Dienstleistungen

Beratung [>]

Präsentationsvorlagen [>]

Fotomaterial [>]



Aus dem Verein


proQuercus Vereinsversammlung 26.06.2026

Die Vereinsversammlung von proQuercus findet am Freitag, 26. Juni 2026 in Ellikon am Rhein, im Kanton Zürich statt.

 

Die proQuercus-Fachexkursion führt anlässlich der Vereinsver-sammlung in das Niderholz – mit rund 900 Hektaren der grösste zusammenhängende Eichenwald der Schweiz. Unter dem Titel «Eichenreichtum zwischen Rheinau und Marthalen» lädt die waldbauliche Exkursion dazu ein, ein Gebiet zu entdecken, das eindrücklich zeigt, wie naturschützerische Ziele, waldbauliche Bewirtschaftung und regionale Holznutzung zu einem überzeugenden Gesamtkonzept zusammenfinden.

 

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Auszeichnung proQuercus

Der Verein proQuercus zeichnet Personen, Organisationen, Aktionen oder Werke aus, welche zur Erhaltung des vielfältigen Natur- und Kulturerbes der Eiche in unserem Lande beitragen. Prämiert werden unterschiedlichste Aktivitäten, welche die Eiche zum Thema haben und diese in besonderer Weise fördern.

 

Alle sind eingeladen, Bewerbungen oder Vorschläge für die Auszeichnung proQuercus 2026 zu unterbreiten. Prämiert werden unterschiedlichste Aktivitäten, welche die Eiche zum Thema haben und diese in besonderer Weise fördern. 

 

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Projekte


Unterstützte Hähersaat

Mit der Methode der unterstützten Hähersaat nutzen die Forstdienste das natürliche Verhalten des Eichelhähers Wintervorräte mit Eicheln anzulegen. In sogenannten Häherkästen wird dem Eichelhäher im Hebst ein künstliches Eichelangebot zur Verfügung gestellt, welche dieser nutzt, um bis zu 5000 Eicheln an geeigneten Kleinstandorten zu vergraben. Bis zu 60 % der versteckten Eicheln bleiben allerdings ungenutzt, so dass im Frühling viele hunderte bis tausende Eichensämlinge keimen.

 

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Hybridisierung und Anpassung an den Klimawandel

Im Projekt HybOakAdapt untersuchen Forschungsteams der Eidg. Forschungsanstalt WSL und des Bundesforschungszentrum für Wald BFW in Österreich, welche Rolle die Hybridisierung bei der Anpassung an das Klima spielt. Dabei dient der Artenkomplex der Weisseichen (Quercus spp.) als Modellsystem.

 

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Bildung


Bildungsreise nach Slowenien & Kroatien

Die für den Herbst 2025 vorgesehene Bildungsreise nach Slowenien und Kroatien (28.10.-2.11.2025) musste abgesagt werden. Kurz vor dem Termin der Reise wurde im Gebiet der geplanten Reise der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest festgestellt. Diese hochsteckende Tierseuche wird insbesondere vom Wildschwein auf das Hausschwein übertragen. Um die Verbreitung bzw. Verschleppung der Seuche zu verhindern, verbot die kroatische Regierung u.a. den Zutritt zu Waldgebieten.  .

 

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Kursbericht - Anpassung an den Klimawandel mit Eichen

«Im Wald sind wir Waldfachleute nur ein kleiner Akteur von vielen» beginnt Pascal Junod sein Inputreferat am proQuercus Weiter-bildungskurs Ende Oktober 2025 in Thusis (GR). Eine zentrale Rolle spielen Samenverbereiter wie der Eichelhäher. Dieser sucht sich Samen als Wintervorrat und versteckt sie in seinem Revier, vergisst aber die Hälfte der Verstecke. Diese Eicheln keimen dann im Frühjahr und können die Waldverjüngung bereichern. Ein eindrückliches Beispiel dafür findet sich in Thusis, wo 2008 Schneedruckschäden dichte Fichtenbestände geöffnet haben.   

 

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Publikationen


proQuercus Merkblatt 10: Die Eiche in agroforstlichen Produktionssystemen

 

Die Eiche wird nicht nur als Wertholz geschätzt, sondern auch wegen ihrer grossen Bedeutung für die Biodiversität und als Kulturerbe. Die aktive Förderung diese Baumart beschränkt sich heute grösstenteils auf das Waldareal. Mit dem wachsenden Interesse an der agroforstlichen Produktion in der Landwirtschaft erhalten Bäume nun auch hier neue Aufmerksamkeit.

 

Obwohl viele Baumarten hybridisieren und rückgekreuzt werden, berücksichtigen Forstdienst und Naturschutz bei ihren Überlegungen zur Waldbewirtschaftung meist nur reine Arten. Daher ist es von Interesse zu verstehen, welche Umweltfaktoren die Verteilung und Hybridisierung von Baumarten auf lokaler Ebene beeinflussen. Dazu wurden in einem Bestand aus hybridisierenden Weisseichen (Quercus petraea und Q. pubescens) in der Nähe des Neuenburgersees (Chassagne d"Onnens) umfangreiches Probematerial untersucht.   

 

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Anpassungsfähigkeit bei Buche und Eiche

MARTINEZ-SANCHO E. ET AL 2025: Genetic and plastic effects on trait variability in two major tree species: Insights from common garden experiments across Europe. Forest Ecology and Management. Volume 597, 1 December 2025, 123126 [Link]

 

Phänotypische Plastizität und genetische Anpassung sind wichtige Mechanismen, die es Arten ermöglichen, auf sich verändernde Umgebungen zu reagieren. Die phänotypische Plastizität beschreibt die Fähigkeit eines Organismus, sein Erscheinungsbild (Phänotyp) basierend auf Umweltfaktoren zu verändern, ohne dass sich die zugrunde liegende Erbinformation (Genotyp) ändert. Dies im Unterschied zur genetischen Anpassung, bei der sich Veränderungen der Umwelt in der DNA von Individuen spiegeln.

 

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Phytophthora ramorum – Plötzlicher Eichentod

 

Die Eiche gilt als Zukunftsbaumart, robust gegenüber Hitze und Trockenheit. Doch ein pilzähnlicher Organismus, Phytophthora ramorum, kann Eichen und viele andere Gehölze schwer schädigen und erfordert besondere Aufmerksamkeit. Auf diese Krankheit, welche auch als Plötzlicher Eichentod bekannt ist, wird in einem neuen Merkblatt hingewiesen, welche vom Bundesamt für Umwelt BAFU und der Eidg. Forschungsanstalt WSL publiziert wurde [Link].

Ursprünglich aus Asien stammend, wurde der Erreger 2003 erstmals in der Schweiz nachgewiesen. In den USA hat er bereits Millionen Eichen vernichtet. Auch in Europa ist er eine wachsende Gefahr für Wälder und Gärten, da er nicht nur Eichen, sondern auch eine grosse Anzahl von Sträuchern und Zierpflanzen befällt. Die Symptome, welche an der Eiche festgestellt werden, sind Rindenkrebse am Stamm und an Ästen, ein schwarzer Schleimfluss, der aus den Verletzungen austritt und unter der Rinde rote bis schwarzbraune Nekrosen, die oft scharf abgegrenzt sind. Ein fortgeschrittener Befall kann den Wasser- und Nährstofffluss unterbrechen. Der Baum stirbt häufig innerhalb weniger Jahre ab.   

 

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Die Eiche

Der Deutsche Forstverein widmet sich in der seiner Zeitschrift proWald (November 2025) der Eiche. In diesem umfassenden Report werden eine Vielzahl wichtiger Themen rund um die Eiche vorgestellt. Von der kulturellen Bedeutung der Eiche, über ihre Eignung im Klimawandel, den alternativen Anbau mediterraner Eichenarten, der natürlichen Verjüngung der Traubeneiche, der Schwächung der Eiche durch Dürre und Insekten, der Bereitstellung von Eichenschnittholz und der Verwendung der Eiche im Möbelbau und im traditionellen Holzbau bis hin zur Bedeutung der Eiche für die Biodiversität wird ein gelungener Überblick zu dieser Baumart geboten.

Für Mitglieder des Deutschen Forstvereins ist die Zeitschrift kostenlos – Nicht-Mitglieder können die Zeitschrift für Euro 35.- abonnieren (pro Jahr vier Ausgaben). [Link]


Von unserer Leserschaft


Renovation des Tors zum Schloss Gorgier

Beitrag von T. Comte, Groupe Corbat Vendlincourt SA.

Die Arbeiten am Tor des Schlosses von Gorgier bestanden in der vollständigen Reproduktion einer Tür aus dem 19. Jahrhundert, deren stark beschädigter Zustand eine Konservierung unmöglich machte. Auf der Grundlage der Originalpläne des Architekten sowie mehrerer historischer Fotografien wurde ein neues Tor entworfen, das der Ästhetik, den Proportionen und den Details des ursprünglichen Modells so genau wie möglich entspricht.   

 

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Eichenpfad Schaffhausen

Beitrag von Erich Tiefenbacher

In Schaffhausen treffen sich gleich drei Verbreitungsgebiete heimischer Eichenarten: Neben der Stiel- und Trauben-Eiche sind an den sonnigen Südhängen des Randens die seltenen Flaum-Eichen bis ins Stadtgebiet zu finden. Und in den Parkanlagen sind rund ein Dutzend weitere, exotische Eichen als Parkgehölze gepflanzt. Dem Besucher der Stadt Schaffhausen wird diese faszinierende Eichenvielfalt nun in Form eines Eichenpfades vorgestellt.

Mithilfe eines Flyers, einer interaktiven online-Karte und einer Info-Broschüre lässt sich diese botanische Vielfalt auffinden und bestimmen [Link].


Natursendung mit Hans A. Traber

Beitrag Erich Good

Hans A. Traber gestaltet und moderiert ab 1955 zahlreiche naturkundliche Filme, viele davon sind für ihre Zeit eine Sensation. Die im Fernseharchiv vorhandenen Sendungen sind unter dem Kunsttitel „Natursendung mit Hans A. Traber“ zusammengefasst [Link]. Darunter auch preisgekrönte Reportagen. Am 18.04.1984 flimmerte «Bäume und ihre Welt – Die Eiche» über den Sender [Link]. Die Sendung ist nicht nur für Nostalgiker ein Muss, sondern auch für fachlich Interessierte sehenswert.

Eichensaatguternte Herbst 2025

Beitrag von Jörg Hirt (Emme-Forstbaumschule AG)

Die Beurteilung der Erntemöglichkeiten bei Eichen ist ca. Mitte August erfolgt.

Bei Stieleichen hat man schon bald einmal gesehen, dass eine gute bis sehr gute Ernte möglich war. Leider werden infolge des Klimawandels Stieleichen nicht mehr so stark nachgefragt, somit wurden nur 4 Herkünfte beerntet, vor allem in jenen Gebieten, von welchen die Kunden auch Stieleichen nachfragen. Bei Traubeneichen war lange nicht klar, ob es überhaupt etwas zu ernten gibt und vor allem wieviel. Ende August anfangs September konnten wir dann feststellen, dass in einigen Beständen vor allem BL, AG, SO, BE, der Behang besser war als anfänglich eingeschätzt.   

 

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Internationales


Traurige Nachrichten aus England

Die wohl bekannteste und berühmteste Eiche Großbritanniens, die Major Oak im Sherwood Forest in Nottinghamshire ist am Absterben.

Beitrag von Steve Potter auf International Oak Society [Link]

Diese alte Stieleiche (Quercus robur) wird auf ein Alter zwischen 800 und 1.100 Jahren geschätzt und wurde aufgrund seiner Lage in der Vergangenheit fantasievoll mit dem (möglicherweise fiktiven) Robin Hood und seiner Bande von Gesetzlosen in Verbindung gebracht. Diese Verbindung und die daraus resultierende Berühmtheit des Baumes könnten indirekt für seinen aktuellen Zustand verantwortlich sein: Er wurde, wie ein Kommentator es ausdrückte, „zu Tode geliebt” (siehe diesen Artikel in International Oaks Nr. 14, Frühjahr 2003 für weitere Hintergrundinformationen).   

 

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1000-jährige Eiche von Ivenack

Ivenacker Methusalem-Eiche (bei Stavenhagen, Mecklenburg-Vorpommern (D). Bild: Nationalerbe Baum [Link]

 

Sie zählt zu den ältesten Eichen Europas – nun ist sie offiziell Nationalerbe-Baum: Eine rund 850 Jahre alte Stieleiche im Ivenacker Wald wurde Anfang Juli 2025 als 50. Baum in das Schutzprogramm aufgenommen. Experten halten dem Naturwunder sogar ein Alter von über 1.000 Jahren für möglich [Hier weiterlesen] und haben ganz besondere Fragen zu den besonderen «Eigenschaften» dieser Eiche [Videobeitrag]. .



proQuercus Dienstleistungen


Beratung

proQuercus stellt einen kostenlosen Beratungsdienst für Fragen zur Eichenwaldwirtschaft zur Verfügung. Wir vermitteln Experten, welche Sie - wenn nötig auch vor Ort - zu Fragen des Eichenwaldbaus, der Biodiversität etc. beraten. Nehmen Sie mit den zuständigen Personen bei proQuercus Kontakt auf - schildern Sie uns Ihr Problem! Wir vermitteln Ihnen die Kontakte zu den geeigneten Fachexperten. [Link]

Präsentationsvorlagen

In Lehre, Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit werden oft Vorträge und Präsentationen zum Thema Eiche nachgefragt. Um das Rad nicht immer wieder neu erfinden zu müssen, hat proQuercus Präsentationsvorlagen zu verschiedenen Eichenthemen zusammengestellt. Diese stehen Interessenten kostenlos zur Verfügung. [Link]

Fotomaterial

Fotomaterial zur Illustrierung von Broschüre, Vorträgen, Kursunterlagen? Immer wieder gelangen Anfragen bezüglich Fotomaterial an proQuercus. Wir haben uns deshalb entschlossen, unser Angebot zu erweitern und neu zu ordnen. Unter diesem Link finden Sie nun Photos zu verschiedenen Themen zur freien Verwendung.

 

Haben Sie selber, aussagekräftige Bilder zu Eichenthemen? Gerne nehmen wir diese in unsere Bilddatenbank auf. Bilder senden an: [email protected]