Autor: Denis Horisberger
In den letzten Jahrzehnten konzentrierte sich in der Schweiz die Erweiterung des Wissens über einheimische Eichen auf die Arten, die nördlich des Alpenbogens und im Wallis vorkommen, nämlich die Stieleiche (Quercus robur L.), die Traubeneiche (Q. petraea Liebl.) und die Flaumeiche (Q. pubescens Wild.). Dabei wurde u.a. ein spezieller Bestimmungsschlüssel erstellt, der auf der Website des Vereins proQuercus verfügbar ist (www.proquercus.org). Das Projekt zur Artbestimmung der Eiche wurde in jüngster Zeit im Süden des Alpenbogens fortgesetzt, vor allem im südlichen Teil des Kantons Tessin, wo zusätzlich zu den genannten Eichenarten eine vierte einheimischen Art, die Zerreiche (Q. cerris L.), vorkommt. Diese ist auch unter dem Begriff Türkische Eiche bekannt. Pflanzenkundlich gehört diese Art – im Gegensatz zu den drei anderen einheimischen Eichen – zu einer eher mediterranen botanischen Sektion der Eichen, woraus sich ihr Ruf ableitet, über ein grosses Entwicklungspotenzial nördlich des Alpenbogens zu verfügen.
Mit dem vorrangigen Ziel, Fachleute mit der morphologischen Erkennung der Zerreichen vertraut zu machen, aber auch um Erkenntnisse über ihre ökologischen Affinitäten und ihren genetischen Status zu sammeln, wurde in den Jahren 2022 bis 2023 ein Eichenherbarium für den südlichen Tessin angelegt.
Das primäre Ziel bestand darin, die morphologischen Besonderheiten zu untersuchen, anhand derer sich die Zerreiche (Quercus cerris L.) von den anderen einheimischen Eichenarten unterscheiden lässt. Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf die visuelle Darstellung derjenigen Bestimmungsmerkmale gelegt, welche vom Forstpraktiker ohne grossen Aufwand – abgesehen von der gelegentlichen Verwendung einer Taschenlupe – erkannt werden können.
Das hier dargestellte Themendossier, welches sich hauptsächlich mit der Zerreiche im südlichen Tessin befasst, ergänzt die vom Verein proQuercus veröffentlichte Dokumentation zur Bestimmung einheimischer Eichenarten nördlich des Schweizer Alpenbogens und im Wallis [Link].
[Das Dossier ist zur Zeit nur in frz Sprache verfügbar - eine Übersetzung ist in Bearbeitung]
Die Fichen zu den 17 Untersuchungsflächen bieten einen visuellen Überblick über die Eichenbestände, aus denen im Jahr 2022 belaubte Zweige entnommen wurden, um ein Eichenherbarium anzulegen. Neben der geograhhischen Lage und der Beschreibung des Standortes sind die Anzahl untersuchter Blätter und ihre Zuordnung zu den Eichenarten dargstellt.
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